Unsere Welt ändert sich in dieser Zeit grundlegend. Manche Nachrichten sind erfreulich, aber viele sind verstörend. Was geschieht hier? Wir wissen es nicht genau. Zuviel geschieht auf einmal, es gibt keine klare Linie.
Vertrauen in Krisenzeiten
In ruhigeren Zeiten, in denen sich wenig verändert, leben wir in vertrauten Verhältnissen. Der gewohnte Alltag schützt vor Überraschungen. Ein grundlegendes Vertrauen in die Lebenswelt beruht auf Vertrautheit.
In unsicheren Zeiten wird Vertrauen schnell eine knappe Ressource. Die Geschwindigkeit und die Tiefe der Veränderungen nehmen zu. Das Vertrauen in andere Menschen, das Vertrauen in die gesellschaftlichen Institutionen, in politische Akteure, ja sogar das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit wird herausgefordert. Hinzu kommt mit der KI eine technische Entwicklung, die in der digitalen Kommunikation alles simulierbar macht: Wo sind die Originale unter den Simulationen?
Vertrauen und Kontrolle
Bleibt der Ausweg, sich zurückzuziehen, allein dem zu vertrauen, was in der eigenen Kontrolle ist? Frei nach der Devise: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?
Die Kontrolle reicht nie weit genug. Menschen sind von Grund auf soziale und miteinander verbundene Wesen. Wir sind voneinander abhängig. Auch als freie Menschen bleiben wir von anderen abhängig. Damit zeigt sich eine grundlegende menschliche Eigenschaft, die oft ignoriert wird: Wir sind als Menschen nicht nur Handelnde, sondern immer auch Empfangende, wir sind abhängig von anderen.
Das ist offensichtlich, wenn wir ganz jung sind, das ist offensichtlich, wenn wir ganz alt sind, ebenso, wenn wir sehr krank sind. Das gilt für wahre Liebe, für wahre Freundschaft. Das gilt aber auch für das Leben in modernen Gesellschaften. Hier sind wir ist hochgradig von gesellschaftlichen Institutionen, von der Funktionsfähigkeit der gesellschaftlichen Systeme abhängig.
Die Dimensionen des Vertrauens
Ohne Vertrauen geht es also nicht. Vertrauen berührt eine tiefliegende menschliche Dimension. Was ist überhaupt Vertrauen? Wie kommt es zu Vertrauen? Wie gewinnt es an Kraft? Wie äußert es sich? Was steht ihm im Wege? Wie wird es schwächer? Wann wächst Misstrauen? Das Nachdenken über Vertrauen öffnet Einblicke in grundlegende Verhältnisse unseres Lebens, in den Zustand unserer Gesellschaft und Kultur. Den Fragen wollen sich im Jahr 2026 die Texte dieses Blogs widmen.
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Einige Informationen über diesen Blog
Die Schwerpunktthemen dieses Blogs variieren, gemeinsam ist den Themen die Beschäftigung mit den Grenzen und der Endlichkeit menschlicher Existenz. Wir leben in einer offenen Wirklichkeit, die wir nicht vollständig ausleuchten können. Wir können keine Letztbegründungen vornehmen, sondern müssen uns oft mit Hypothesen zufriedengeben. Wir können unser Handeln nicht eindeutig aus fundamentalen Werten ableiten, es bleibt eine unaufhebbare Ambivalenz in allem Handeln. Sie fordert in konkreten Situationen zur Verantwortung heraus.
Aktuell, im Jahr 2026 steht das Thema Vertrauen im Zentrum der Überlegungen.
2025 ging es um den Himmel im Gegenüber zur Erde, um Transzendenz in unserer Welt und die christliche Hoffnung für die Welt.
Im Jahr 2024 hatten die Einträge dieses Blogs die Hoffnung zum Thema.
In den älteren Beiträgen bis Mitte 2023 standen politische Ereignissen, kulturelle Debatten, und die Diskussion technischer Entwicklungen wie der Digitalisierung oder der Energiewende im Mittelpunkt.
Frank Vogelsang
ps
Das χ im Titel des Blogs weist auf unsere elementare Verbundenheit mit der Welt und mit anderen Menschen hin. Es ist der griechische Buchstabe Chi, den der Philosoph Maurice Merleau-Ponty für die Verflochtenheit von Mensch und Welt gebraucht hat. Zugleich weist der Buchstabe seit alters her auch auf Jesus Christus.
(Foto: Avess Berge auf Unsplash)
